Bewusst Gesund 25 04 2026
Bewusst Gesund-Das Magazin / Presse / 02.05.2026 / 17.30, ORF 2
KI Chatbot statt Psychotherapie? Wo liegen die Grenzen künstlicher Intelligenz?
Einsamkeit, Stress oder seelische Belastungen – bei Problemen der psychischen Gesundheit ist professionelle Unterstützung oftmals erforderlich. Wenn Therapieplätze jedoch nicht verfügbar sind oder die Hemmschwelle zu groß ist, suchen viele Betroffene Rat bei KI-Chatbots wie ChatGPT. Der Zugang ist niederschwellig, da die Anwendung in der Basisversion kostenfrei und zu jeder Zeit verfügbar ist. Doch wie gut kann Künstliche Intelligenz bei seelischen Krisen helfen? Geht es um Entlastungsgespräche oder die Einordnung eines bestimmten Problems, kann der Chatbot zu Beginn ein geeigneter Ansprechpartner sein. Ist man allerdings von schwerwiegenden Problemen betroffen oder geht es um konkrete Diagnosen, können Chatbots die professionelle Unterstützung und Beratung nicht ersetzen.
Grundsätzlich wird dazu angeraten, jegliche Informationen eines KI-Chatbots auf deren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Außerdem sollten persönliche oder sensible Daten nicht leichtfertig mit der Künstlichen Intelligenz geteilt werden.
Gestaltung: Marie-Christine Kollos
Studiogespräch: Macht die KI uns einsam?
In Österreich sind rund 700.000 Menschen von Einsamkeit betroffen. Diese so genannte „Epidemie der Einsamkeit“ befeuert ein neues Geschäftsmodell: KI-Chatbots als virtuelle Gefährten. Digitale Freunde sind immer verfügbar und widersprechen nicht – eine angenehme Tatsache, die den echten zwischenmenschlichen Austausch schleichend ersetzt. Doch während Millionen Menschen bei künstlicher Intelligenz Rat, Trost und Austausch suchen, droht die Technik unsere soziale Isolation eher zu vertiefen als zu verringern. Damit rückt die Verantwortung der KI- Entwickler:innen im Umgang mit menschlichen Emotionen in den Fokus. Wenn künstliche Wesen zum festen Bestandteil unseres sozialen Gefüges werden, droht der Verlust der Fähigkeit, mit einem echten Gegenüber und mit unterschiedlichen Meinungen umzugehen, erklärt Severin Steirer von der Plattform gegen Einsamkeit.
Bewusst Gesund-Tipp: Spannungskopfschmerz
Ein dumpfer Druck im Kopf, ein Ziehen im Nacken und das Gefühl eines engen Bands um die Stirn – Spannungskopfschmerz ist die häufigste Form von Kopfschmerzen. Er ist meist weniger intensiv als Migräne, kann aber über längere Zeit anhalten und den Alltag stark beeinträchtigen. Was hilft akut gegen Spannungskopfschmerz? Und ab wann spricht man von chronischen Kopfschmerzen? Das erklärt Prof. Dr. Siegfried Meryn.
Wie Handys das Riechen lernen…
Etwa 350 verschiedene Geruchsrezeptoren besitzt die menschliche Nase. Damit können wir Zehntausende von Düften unterscheiden: Sie warnt uns vor schlechtem Essen, hilft bei der Partnerwahl, oder macht uns sogar auf Gefahren aufmerksam. Ein Meisterwerk der Natur, das sich technisch bisher kaum kopieren ließ. Ein Start-up aus Niederösterreich will das nun ändern und versucht, gemeinsam mit der TU Wien, dem Smartphone das Riechen beizubringen. Inwieweit sich die künstliche Nase auch zur Früherkennung von Lungenkrebs einsetzen ließe, wird in einem aktuellem Forschungsprojekt untersucht. Dafür analysiert ein Team der TU Wien gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Krems die Atemluft von 200 Personen. Denn bei jedem Ausatmen verlassen hunderte Substanzen unseren Körper. Darunter auch solche, die auf eine mögliche Krebserkrankung hinweisen.
Gestaltung: Nadine Maehs
Sicher unterwegs am Rad – worauf kommt es an?
Mit dem Frühling beginnt für viele auch die „Fahrradsaison“. Damit diese auch unfallfrei verläuft, gilt es Einiges zu beachten. Mangelnde Fahrpraxis und Ablenkung zählen laut Experten zu den häufigsten Ursachen für die steigende Zahl an Fahrradunfällen – insbesondere bei sogenannten Allein-Unfällen. Das vom österreichischen Verkehrssicherheitsfonds geförderte Forschungsprojekt „SARA – Sicher am Rad in jedem Alter“ hat in Österreich erstmals Radfahrkompetenzen systematisch untersucht und entwickelte dazu einen speziellen Testparcours, der reale Fahrsituationen mit psychologischen Analysen kombiniert. Erste Ergebnisse zeigen deutlich, dass es große Unterschiede zwischen den einzelnen Altersgruppen gibt. Die im Rahmen des Projekts gewonnenen Daten sollen künftig dabei helfen, gezielte Trainingsprogramme zu entwickeln, die Verkehrserziehung zu verbessern, und die Infrastruktur sicherer zu gestalten.
Gestaltung: Larissa Putz
Moderation: Dr. Christine Reiler
