G'sunder Sommer in Österreich 21 07 2026
G’sunder Sommer in Österreich – Die Kraft der Berge
Sendedatum 21.7.2026
21:05 Uhr ORF 2
Von Denise Kracher
Die Luft wird dünner, der Puls steigt – und doch kehrt Ruhe ein: In dieser Folge von „G'sunder Sommer in Österreich“ beleuchtet Christine Reiler das faszinierende Zusammenspiel von Alpinismus und Medizin. Die Berge sind dabei kein saisonales Erlebnis, sondern entfalten zu jeder Jahreszeit ihre ganz eigene Wirkung – auf Körper und Geist.
Die Reise beginnt auf der Postalm. Dort trifft sie Sennerin Bernadette Gerauer, die jeden Sommer ihren fordernden Klinikalltag gegen die Stille der Berge eintauscht. Ein bewusster Rückzug, der wirkt: Die Reduktion von Außenreizen kann nachweislich den Cortisolspiegel senken und so effektiv vor Burnout schützen.
Doch die Berge können noch mehr. Eine Studie der Paracelsus Privatuniversität geht der Frage nach, wie sich regelmäßiges Bergwandern auf das metabolische Syndrom – also die Kombination aus Bluthochdruck, Übergewicht und gestörtem Zuckerstoffwechsel – auswirkt und ob sich dadurch nachhaltige gesundheitliche Verbesserungen erzielen lassen.
Weiter führt der Weg zu Biochemikerin René Schröder am Leier Hof. Hier wird deutlich, warum Almkräuter besondere Wirkstoffe entwickeln: Die extremen Bedingungen der Höhenlage lassen Pflanzen Inhaltsstoffe bilden, die im Flachland kaum vorkommen – mit bemerkenswertem Potenzial für die Medizin.
Ein besonderes Naturjuwel eröffnet sich tief im Inneren des Eises: der Natureispalast in Tux – eine faszinierende Welt aus gefrorener Stille. Gletscher sind dabei weit mehr als beeindruckende Landschaftsformen: Sie fungieren als wichtige Süßwasserspeicher, regulieren den Wasserhaushalt ganzer Regionen und sind sensible Indikatoren für den Klimawandel.
Im Inneren verbirgt sich auch ein unterirdischer See – ein Ort für ein außergewöhnliches Erlebnis: das Eisbaden. Wer sich der Kälte stellt, betritt Neuland – körperlich wie mental. Wissenschaftliche Studien, die eindeutige gesundheitliche Effekte belegen, fehlen bislang. Dennoch berichten viele von einem intensiven Motivationsschub und gesteigertem Selbstvertrauen.
Dass die Berge ein wahres Lebenselixier sein können, zeigt Gottfried Bistumer: Mit 101 Jahren steht der Kärntner noch immer auf Skiern. Seit 97 Jahren zieht die lebende Legende aus Radenthein ihre Schwünge in den Schnee und sorgt damit international für Aufmerksamkeit. Christine Reiler besucht den außergewöhnlich fitten Senior – und wagt gemeinsam mit ihm eine Abfahrt.
Doch was gilt es zu beachten, wenn man körperlich eingeschränkt ist und dennoch hoch hinaus will? Sportmediziner Robert Fritz betont die Bedeutung gründlicher Vorbereitung, medizinischer Abklärung und besonderer Vorsicht – vor allem bei Herz-, Lungen- oder Stoffwechselerkrankungen. Dass selbst unter schwierigen Voraussetzungen vieles möglich bleibt, beweist Berni Kaut: Nach einer schweren Covid-Erkrankung und beidseitiger Lungentransplantation besteigt er – begleitet von seinem Ärzteteam – den Großglockner. Ein Ziel, das ihm in seiner schwersten Zeit Kraft gegeben hat.
Die Höhe jedoch verzeiht keine Fehler. Unsichtbare Gefahren wie die Höhenkrankheit können selbst gut trainierte Menschen treffen. Gemeinsam mit der renommierten Reisemedizinerin Ursula Hollenstein stellt sich Christine Reiler einem entsprechenden Test. Dabei wird klar: Die Fähigkeit des Körpers, sich an die dünne Luft in großen Höhen anzupassen, ist weniger eine Frage der Fitness als vielmehr genetisch bedingt.
Um das Abenteuer Berg sicher genießen zu können, holt sich die Moderatorin zudem Rat bei erfahrenen Bergführern. An den Wiener Hausbergen erfährt sie, worauf es bei der Tourenplanung ankommt – und wie schmal der Grat zwischen gesundheitsfördernder Bewegung und ernsthaftem Risiko sein kann.
Eine eindrucksvolle Reise zwischen Wissenschaft und Natur – und ein inspirierender Impuls für die eigene Gesundheit.
